Absturz von UBS und Finma

Geschrieben von: Peter With
Ver?ffentlicht am 23.2.2009 @ 17:11:47 , mit 271 Worten, 2621 Ansichten

Inzwischen scheint klar zu sein, dass die Herausgabe der 300 Kundendaten der UBS widerrechtlich war (siehe NZZ Die Aktenherausgabe im Fall UBS ist kriminell). Offenbar ist es keineswegs so, dass alle betroffenen Kunden Steuerbetrug begangen haben, bei einer grösseren Menge ist auf jeden Fall kein Betrug gefunden worden. Somit haben die Finma und die UBS nicht nur gegen das Gesetz verstossen, sondern auch der Schweiz nachhaltigen Schaden zugefügt.

Während die EU und die USA schon weitere Forderungen stellen, rudert die UBS von Flop zu Flop. Der Aktienkurs der UBS fällt tief in den Keller: Heute kriegt man eine Aktie schon für 10 Franken, dafür kriegt man im Restaurant nicht mal ein Tagesmenü… Zur Erinnerung: Die UBS-Aktie lag vor 1 1/2 Jahren bei etwa 70 Franken, die UBS hat also innert 18 Monaten sagenhafte 86 % an Wert verloren! Ob ein Unternehmer von der UBS noch einen Kredit erhält, wenn er solche Zahlen vorweisen muss? Aber der Steuerzahler hat sicher ein Einsehen und wirft der UBS noch einmal ein paar Milliarden nach.

“To big to fail", “Zu gross, um zu versagen” hiess es noch vor einem Monat. Heute wissen wir es besser: Versager scheint es bei der UBS in Hülle und Fülle zu geben, und wenn die Aktie noch weiter fällt, dann wird es wohl nicht mehr lange dauern, bis der Stecker halt doch gezogen werden muss. Vielleicht wäre jetzt langsam der Zeitpunkt, sich über die Zeit nach der UBS Gedanken zu machen. Oder besser gesagt, wie die Schweiz retten kann, was noch zu retten ist, und zwar mit Rücksicht auf die Steuerzahler und nicht auf die Boni-Banker.

UBS und CS - Weg mit dem Klumpenrisiko!

Geschrieben von: Peter With
Ver?ffentlicht am 22.2.2009 @ 10:07:33 , mit 375 Worten, 650 Ansichten

Es darf nicht sein, dass einzelne Firmen so gross werden, dass sie im Falle eines Konkurses die gesamte Schweiz in den Abgrund reissen würden. Faktisch besitzen heute die UBS und die CS eine Staatsgarantie, denn egal wie fahrlässig sie wirtschaften, sie werden immer vom Staat mit Steuergeldern getragen werden.

Dass das Staatsbankenmodell nicht funktioniert, hat man bereits bei vielen Kantonalbanken gesehen. Deshalb bleibt nur eine Lösung: Die unüberschaubaren und unkontrollierbaren Megagrossbanken müssen in kleinere unabhängige Teile zerlegt werden. Diese können dann Konkurs gehen, ohne gleiche die gesamte Wirtschaft zu gefährden.

Hätte man dies schon früher gemacht, dann wären viele der in letzter Zeit stark diskutierten Schnellschüsse überflüssig geworden:

- Finanzspritze: Anstatt mit Steuergeldern marode Bankunternehmen zu stützen, wären diese einfach Konkurs gegangen. Allenfalls hätte der Staat die Einleger finanziell unterstützen können, aber sicher nicht die Aktionäre, die der Misswirtschaft tatenlos zugesehen haben.

- Bonuszahlungen: Wie in anderen Firmen der Schweiz wären auch keine Bonuszahlungen ausgeschüttet worden, wenn die Firma vor dem Konkurs steht. Andere Firmen müssen Kurzarbeit einführen, die Grossbanken erhalten ihre unverdienten Boni direkt vom Steuerzahler.

- Bankgeheimnis: Wäre das USA-Geschäft der UBS unabhängig gewesen, hätte die Klage der USA nicht Folgen für die gesamte Schweiz gehabt. Somit wäre auch die Herausgabe der Kundendaten nicht notwendig gewesen, im schlimmsten Fall wäre die Bank halt einfach den Weg alles Irdischen gegangen, und das Bankgeheimnis hätte gerettet werden können. Neue Klagen der USA und wohl bald auch der EU werden die UBS (und die CS?) noch mehr unter Druck setzen. Die Finma wird dann wieder mit den selben Argumenten weiter Daten in einer Blitzaktion überweisen.

Fazit: Die UBS und die CS sind nicht die Stützen der Schweizer Wirtschaft, sondern die Krücken. In guten Tagen vermögen sie zu halten, in schlechten Tagen, in denen man am meisten auf sie angewiesen wäre, drohen sie jeden Tag einzubrechen. Deshalb muss der Staat ein für allemal eingreifen, und zwar nicht mit Steuergeldern und Staatsverwaltung, sondern mit der Schaffung und Kontrolle richtiger marktwirtschaftlicher Strukturen.

Treten Sie deshalb der Facebook-Gruppe UBS und CS - Weg mit dem Klumpenrisiko! bei.

UBS - Filz, soweit das Auge reicht

Geschrieben von: Peter With
Ver?ffentlicht am 19.2.2009 @ 08:40:25 , mit 320 Worten, 781 Ansichten

Nun ist es soweit, das Schweizer Bankgehimnis gibts nicht mehr. Auf Druck der USA haben die Schweizer Regierung und die UBS nachgegeben, wie sie wohl auch dem Druck der EU nachgeben werden. Die UBS zahlt freiwillig 900 Millionen Franken Busse und übergibt den USA die Daten von 300 US-Kunden.

Einerseits fragt man sich natürlich, woher die UBS diese 900 Millionen nimmt. Also eigentlich fragt man sich nicht, man weiss es: Der Staat stopft ja eh alle Löcher der UBS. Mit anderen Worten: Unsere Steuergeld-Milliarden für die UBS fliessen in Boni und Rechtsstreitabkommen. Toll.

Andererseits ist es heftig, in was für einem Filz die UBS steckt. So musste der Deal mit den USA von der Finma, der Finanzmarktaufsicht, bewilligt werden. Dies war auch kein Problem, ist doch der Präsident der Ex-UBS-Generaldirektor Eugen Haltiner. Die Oberaufsicht hat aber der Bundesrat, konkret Bundesrat Merz. Der war früher Chef der Kantonalbank Appenzell Ausserrhoden, die nur durch die Unterstützung der UBS von einer Katastrophe verschont blieb. Von dort kennt er auch Haltiner, der damals durch diese Aktion auch den Kopf von Merz gerettet hat.

To big to fail, heisst es über die UBS. Möglicherweise sollte man sich aber erst mal einen Überblick über die Gesamtsituation der UBS verschaffen. Diese muss so bald wie möglich in handlichere Stücke geteilt werden. Damit könnten einzelen Teile der UBS Konkurs gehen, ohne gleich die ganze Schweiz mit in den Untergang zu reissen (wenn der überhaupt noch aufzuhalten ist). Zudem wäre es eine weitere wirkungsvolle Massnahme gegen den Filz, da nicht immer die selben Köpfe über alles herrschen (und versagen) können. Einfach mit der Begründung der Grösse immer mehr Geld in ein serbelndes Unternehmen zu pumpen, dass dann doch nicht mehr hoch kommt, macht keinen Sinn. Die ständigen Negativmeldungen über die UBS erinnern an ein Sprichwort:

Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.