Was haben Marco Fischer und MI6-Chef Sawers gemeinsam?

Angesichts der nicht enden wollenden Diskussion um das Wahlvideo von FDP-Grossstadtratskandidat Marco Fischer gibt's hier ein kleiner Crash-Kurs für Internet-Anfänger. Dies betrifft nicht nur Fischer selbst, sondern vor allem auch alle Moralisten wie Stadt-FDP-Präsidentin Trudi Bissig und die NLZ, die sich zum Hüter der Moral im Internet verpflichtet sehen.

  1. Alle Daten, die in irgend einer Form auf einen Internetserver geladen werden, sind mehr oder weniger öffentlich zugänglich. Insbesondere gilt dies für Facebook, Twitter, Blogs, persönliche Websites und ähnliches.
  2. Alle Daten, die hochgeladen wurden, bleiben unter Umständen für alle Zeiten abrufbar im Internet verfügbar, selbst wenn die Originaldaten gelöscht wurden. Insbesondere gilt dies für Text und Bilder, die zum Beispiel bereits nach kurzer Zeit im Google-Zwischenspeicher sind und dort auch einige Zeit bleiben.
  3. Jeder Text, jedes Bild, jedes Tondokument und jedes Video das im Internet sichtbar ist, lässt sich von jedem herunterladen, verändern, und an anderer Stelle wieder hochladen.

Wer sich dieser drei Tatsachen bewusst ist, wird sich im Internet nie aus eigener Kraft blamieren können. Wer nicht daran denkt, der wird unter Umständen lange und schwer dafür büssen. Wenn nun die Frau von MI6-Geheimdienstchef John Sawers Urlaubsfotos in Facebook veröffentlicht, in denen ihr Mann mit Badehose und Samichlaus-Kappe abgebildet ist, darf sie sich über eine Reaktion nicht wundern.

Ebenso Marco Fischer. Sein Video war schon am Tag der Aufschaltung ein Hit und ging als Mail-Link quer durch die Parteien (auch durch die, die jetzt empört den Kopf schütteln). Anders als behauptet nicht (nur) wegen seiner Stimme, sondern insbesondere auch wegen des Inhalts. Es bot sich geradezu an, daraus einen Rap zu machen (was auch mehrfach gemacht wurde). Und der blaue Hintergrund schreit danach, von einem mittelmässig begabten Videofilmer als Bluescreen mit einem Knopfdruck herausgeschnitten zu werden. Seit Stefan Raab's "Maschendrahtzaun", über den Fischer wohl damals auch noch gelacht hat, und dem Star-Wars-Kid auf Youtube, dürfte wohl jedem klar sein, welches Risiko er mit so einer Veröffentlichung eingeht. Inzwischen ist Fischer schon fast eine Berühmtheit: der Tagesanzeiger berichtete über ihn, ebenso der Blick. Die NLZ hat das Thema auch schon mehrmals aufgewärmt, und auch die Leserbriefspalten blieben nicht verschont. Auch in einer ORF-Comedy wurde sein Video ausgestrahlt (ab dem letzten Drittel), auf Youtube hatte er immerhin über 100'000 Aufrufe (Respekt!). Inzwischen gibt's auch eine Facebook-Gruppe "Marco Fischer in den Bundesrat"...

Also: Wer sich nicht exponieren will, soll die Finger vom Internet lassen. Und anstelle nachher zu jammern, hätte Trudi Bissig wohl besser vorher eingegriffen. Denn als Parteipräsidentin trägt sie auch die Mitverantwortung für den Wahlkampf und die darin veröffentlichten Bilder.

Und hier noch die erwähnten Videos:

[video:youtube:6-61msg01yo]

und hier die neuste Version mit Marco Fischer als Schlumpf:
[video:youtube:uacHY6GI5CE]
Hier die Playlist zu allen bisherigen Versionen

Star-Wars-Kid-Video, welches dieser selbst im Internet veröffentlicht hat:
[video:youtube:HPPj6viIBmU]

und die bearbeitete Version (immerhin über 7 Millionen Views!):
[video:youtube:3GJOVPjhXMY]
Auch die anderen Versionen auf Youtube anschauen!

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Ein kritischer Blick auf die Schweizer Politik. Trotz immer stärker werdender SVP rutscht die Politik immer mehr auf die Linke Seite. Anstatt dass sich die anderen Parteien durch Themen-Schwerpunkte von der SVP abgrenzen, lehnen sie sich immer mehr der SP an. Und der frühere Partner FDP sieht sich vor seiner grössten Zerreissprobe. Das Volk geht dabei immer mehr vergessen.

 

Klar, dass man auch auf kantonaler Ebene versucht, mit Hilfe von Megafusionen die Spuren der Vergangen- heit zu verwischen. Deshalb finden Sie hier auch Insider-Infos über die Fusion Luzern-Littau und weitere grössenwahnsinnige Pläne.

 

Grossstadtrat Peter With

Luzern-Reussbühl

 

http://peter.with.ch

peter@with.ch