Luzerner Theater und Salle Modulable - Luzerner Kulturlandschaft auf dem Scheideweg

Das heutige Luzerner Theater wird jedes Jahr mit 21 Millionen Franken unterstützt. Trotzdem konnte es nie über den Status eines Provinztheaters herauskommen. Dies zeigt auch eindrücklich die Statistik: So kamen in der Spielzeit 2014/15 gerademal 0.23 % aller Besucher aus dem Ausland, aus den weiter entfernten Kantonen waren es 2.25 %. Kommt noch hinzu, dass das Gebäude in einem schlechten Zustand ist und betrieblichen und sicherheitstechnischen Standards eines heutigen Theaterbetriebs bei weitem nicht mehr enspricht. Hier ein Beispiel: In diesen kleinen Raum (auf dem Bild mit Fraktion und Parteileitung der SVP Stadt Luzern), dem wahrhaftigen Theatergraben, müssen sich über 45 Musiker quetschen. 

Durch private Spenden in der Höhe von 115 Millionen Franken (die verbleibenden 80 Millionen aus der Schenkung Engelhorn + weitere 35 Millionen), ist es nun plötzlich möglich, die Luzerner Theaterinfrastruktur zu erneuern und auf ein bedeutend höheres Niveau zu heben. Denn im Gegensatz zur weit verbreiteten Meinung ist ein Neubau des bestehenden Theaters keineswegs günstiger als die Salle Modulable, wie man in der Tabelle rechts sehen kann: 

Konkret ist es so, dass eine Minimal-Renovation aus heutiger Sicht gar nicht mehr möglich ist, da die betrieblichen Abläufe auf die heutigen Theaterproduktionen nicht angepasst werden könnten. Es müsste also sowieso neu gebaut werden. Und das wird teuer: zwischen 84 und 101 Millionen müssen die Steuerzahler in Stadt und Kanton beisteuern. bei der Salle Modulable wären es zwar auch 85 Millionen, aber man hätte ein Haus, das weltweit seinesgleichen sucht - genauso wie vor 20 Jahren das KKL.  

 Es sind aber auch die Betriebskosten, die viel Skepsis auslösen. Zurecht, denn die prognostizierten 31 Millionen Franken pro Jahr sind doch deutlich mehr als die 21 Millionen, die heute fliessen. Allerdings darf man dies eben nicht direkt miteinander vergleichen. Denn bei einer Ablehnung der Salle Modulable müsste ja eine Theaterneubau erstellt werden. Dessen Betriebskosten dürften deutlich höher sein als die 24 Millionen in der Tabelle, die mal als Grundannahme verwendet wurden. Allerdings mit einem grossen Unterschied zur Salle Modulable: Die Wertschöpfung wäre wie heute minimal, da das Theater nach wie vor ein Regionaltheater bleiben würde. Die Salle Modulable higegen würde mit einer weltweit einzigartigen Struktur weit über die Kantons- und Landesgrenzen hinaus für Besucher und damit Wertschöpfung sorgen. Eine Investition, die sich lohnt, wie man auch beim KKL sehen kann.

Es braucht nun ehrliche Politiker, die den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern reinen Wein einschenken: Nein zu sagen zur Salle Modulable um Geld zu sparen ist ein Trugschluss, da ein Neubau je nach Variante erheblich teurer wäre. Nur wer gleichzeitig auch das Luzerner Theater schliessen will, kann tatsächlich viel Geld sparen, nicht nur bei den Investitionen sondern dann vor allem auch durch den Wegfall der jährelichen Subventionen von rund 21 Millionen Franken. Eine Ablehnung der Salle Modulable wäre aus heutiger Sicht aber ein Schnellschuss, da kein Plan-B vorliegt und die Theaterinfrastruktur mit rund 500 Arbeitsplätzen dadurch akut gefährdet wäre. 

Vielmehr sollten wir jetzt die Chance ergreifen und dem Projektierungskredit zustimmen. Dann kann ein vollständiges Projekt erarbeitet werden, dass fast alle der offenen Fragen klärt. Insbesondere würde man nach einem Projektwettbewerb auch wissen, wie die Salle Modulable auf dem Inseli aussehen würde. Da die Parkfläche durch den Wegfall der Carparkplätze nur unwesentlich reduziert wird, würde sich auch hier eine tolle Entwicklunschance bieten. Nur mit einem fertig ausgearbeiteten Projekt haben wir ausreichend Grundlagen, um in drei Jahren definitiv über den Bau der Salle Modulable entscheiden zu können. 

 

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Ein kritischer Blick auf die Schweizer Politik. Trotz immer stärker werdender SVP rutscht die Politik immer mehr auf die Linke Seite. Anstatt dass sich die anderen Parteien durch Themen-Schwerpunkte von der SVP abgrenzen, lehnen sie sich immer mehr der SP an. Und der frühere Partner FDP sieht sich vor seiner grössten Zerreissprobe. Das Volk geht dabei immer mehr vergessen.

 

Klar, dass man auch auf kantonaler Ebene versucht, mit Hilfe von Megafusionen die Spuren der Vergangen- heit zu verwischen. Deshalb finden Sie hier auch Insider-Infos über die Fusion Luzern-Littau und weitere grössenwahnsinnige Pläne.

 

Grossstadtrat Peter With

Luzern-Reussbühl

 

http://peter.with.ch

peter@with.ch