Weshalb Solarenergie niemals Atomkraftwerke ersetzen kann

Wieder mal ein Leuchtturmprojekt, dieses Mal auf dem Länderpark im Kanton Nidwalden. Ein grosser Teil des Dachs ist mit Solarzellen überbaut worden, insgesamt sammeln stolze 4200 m2 ganze 0.5 MWh Sonnenenergie pro Jahr. Alles paletti, noch ein paar Dächer zupflastern und die Energiewende ist geschafft.

Da gibt es allerdings noch zwei kleine Probleme, die dem im Weg stehen. Das eine ist folgendes Bild: 

Es zeigt symbolisch das grosse Problem der Solarenergie: Am 22. Dezember 2012 produzierte die Anlage gerade mal von 9.00 - 15.00 Uhr Strom. Und das mitten im Winter, wo gerade morgens und abends viel Energie in Form von Licht und Wärme benötigt wird. Auch nachts ist natürlich kein Strom vorhanden, obwohl dutzende Kühlschränke, Server und Alarmanlagen im Länderpark auch dann laufen. Die Lösung? Man speist tagsüber den Solarstrom ins Netz und bezieht dann nachts günstigen Bandstrom aus dem Atomkraftwerk. Bisher nutzte man die Stauseen um günstigen Strom zu speichern, indem man mit Nacht-Atomstrom Wasser in die Speicherseen pumpte. Heute müsste man teuren Solarstrom ausgerechnet Mittags dazu verwenden, was den Strom noch teurer macht. 

Das zweite Problem ist ein mathematisches: Das Atomkraftwerk Mühleberg ist das kleinste Atomkraftwerk der Schweiz. Flächenmässig benötigt es gerademal 14'000 m2, also nur gerade 3 1/2 Mal mehr als der Länderpark. Allerdings leistet es einiges mehr: Pro Jahr sind es durchschnittlich 2'605 MWh (gegenüber dem Länderpark mit 0,5 MWh)! Bereinigt auf die leicht kleinere Grösse entspricht das sagenhaften 1'560 Länderparks, die man bauen müsste um die gleiche Strommenge zu produzieren! Oder anders gesagt produziert der Länderpark pro m2 gerade mal 119 KWh/Jahr, während es bei Mühleberg 186'000 kWh/Jahr sind. Und das wetter- und tageszeitenunabhängig 365 Tage im Jahr.

Mit dem Verteufeln der Kernenergie und der kopflosen Energiewende werden wir bald an physikalische Grenzen stossen. Einerseits wird angesichts dieser Zahlen vielleicht dem einen oder anderen klar, weshalb es nicht ohne weiteres möglich ist, aus der Kernenergie auszusteigen wie uns Linke immer weis machen wollen. Andererseits wird es auf Grund fehlender Speichermöglichkeiten bald nicht mehr möglich sein, zu jedem Tageszeitpunkt weder zu wenig noch zu viel Strom im Netz zu haben. Deutschland spürt bereits heute die ersten Auswirkungen und ist mit der "Energiewende" erst am Anfang. So wurden im vergangenen Jahr bereits mehrmals Stahlwerke auf Geheiss der Energieunternehmen abgestellt, damit für den Rest der Bevölkerung noch genügend Strom vorhanden ist. Der entgangene Gewinn wird natürlich mit Steuergeldern den Stahlwerken überwiesen. 

Es bleibt zu hoffen, dass nach der Panik langsam aber sicher die Vernunft wieder Einzug hält. Ein erstes Indiz ist der Kanton Bern, der am vergangenen Wochenende eine Intiative zur vorgezogenen Energiewende inklusive Gegenvorschlag bachab geschickt hat. Im Gegensatz dazu steuern wir Stadtluzerner mit dem beschlossenen Atomausstieg mit Vollgas auf die nächste Steuererhöhung zu.

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Ein kritischer Blick auf die Schweizer Politik. Trotz immer stärker werdender SVP rutscht die Politik immer mehr auf die Linke Seite. Anstatt dass sich die anderen Parteien durch Themen-Schwerpunkte von der SVP abgrenzen, lehnen sie sich immer mehr der SP an. Und der frühere Partner FDP sieht sich vor seiner grössten Zerreissprobe. Das Volk geht dabei immer mehr vergessen.

 

Klar, dass man auch auf kantonaler Ebene versucht, mit Hilfe von Megafusionen die Spuren der Vergangen- heit zu verwischen. Deshalb finden Sie hier auch Insider-Infos über die Fusion Luzern-Littau und weitere grössenwahnsinnige Pläne.

 

Grossstadtrat Peter With

Luzern-Reussbühl

 

http://peter.with.ch

peter@with.ch