Das Märchen von den Zentrumslasten

Geschrieben von: Peter With
Ver?ffentlicht am 1.7.2012 @ 21:14:00 , mit 758 Worten, 6608 Ansichten

Die CVP fordert in ihrem neusten Vorstoss, dass sich alle Gemeinden weitherum um die Stadt Luzern an den Zentrumslasten beteiligen sollen. Dies soll über die Betriebszahlen des Nachtstern-Busses geschehen. Ein verheerender Vorstoss zur absolut falschen Zeit, der aber wenigstens ein grosses aktuelles Problem anspricht.

Seit ist Luzerner bin höre ich immer wieder von den Zentrumslasten. Und nur davon. Das Gegenteil scheint es nicht zu geben, ich würde da mal das Wort “Zentrumsvorteile” vorschlagen. Tatsächlich gibt es Zentrumslasten. Die Stadt Luzern investiert viel Geld in Infrastruktur, die unbestritten zu einem erheblichen Teil von Auswärtigen benutzt wird. Dabei geht vergessen, dass diese Auswärtigen dann aber auch einen grossen Teil ihres Geldes in der Stadt Luzern liegen lassen. Den Nachteilen der 24-Stunden-Gesellschaft stehen die Vorteile gegenüber. Viele Jugendliche lassen denn allergrössten Teil ihres Lehrlinslohnes im Ausgang in der Stadt Luzern liegen, und der fliesst dann wieder teilweise durch Steuern in die Tasche Luzerns - ohne dass die Wohngemeinden davon profitieren können. Auch sonst fliesst viel Geld in die Stadt. Der Bauer in Entlebuch schliesst eine Versicherung ab, die ihren Hauptsitz in der schönen Stadt Luzern hat, und dort kräftig steuert. Der Willisauer schliesst eine Hypothek bei einer Bank ab, die dann ebenfalls ihren Hauptsitz in Luzern hat. Wir Luzerner profitieren also durchaus auch von massiven Vorteilen, die die Nachteile wohl überwiegen. Weshalb sonst hätten wir denn einen der tiefsten Steuerfüsse des ganzen Kantons.

Ich erinnere mich, dass Stadtpräsident Stefan Roth, ebenfalls CVP, noch eine Woche vor den Wahlen am NLZ-Podium gesagt hat, wir müssten in der Kantonsbevölkerung für mehr Verständnis für die Stadtluzerner Probleme werben. Insbesondere müssten wir uns auf Augenhöhe begegnen, was wohl so ausgelegt werden kann, dass wir Luzerner eine Stufe herabsteigen sollen. Fragt sich bloss, wer uns vorher auf diese Stufe gehievt hat.

Nach dem Frust durch die verlorene Grossfusion mit GrossLuzern, scheint die Stadt nun sämtliche anderen bekannten Trauerstadien durchzumachen. So hört man in lezter Zeit immer wieder, dass man an der Fusionsdiskussion dranbleiben müsse, spätestens in 4 Jahren soll man es nochmals versuchen - das wäre dann das Stadium des Leugnens. Das nächste Stadium ist jetzt die Wut - wenn die schon nicht wollen, dann sollen sie wenigstens sehen, was das für Konsequenzen hat. Man versucht Kosten auf Nachbargemeinden abzuwälzen, mit denen man bis vor Kurzem auf “Augenhöhe” über eine Hochzeit verhandelt hat und ihnen sogar noch eine saftige Steuersenkung finanzieren wollte. Das hätte wohl mehr gekostet als alle Zentrumslasten zusammen. Eine verheerende Entwicklung, weil uns solche Forderungen noch mehr von den restlichen Gemeinden des Kantons entfernen und so künftige regionale Lösungen verunmöglicht werden.

Tatsächlich spricht der Vorstoss aber Probleme an, die gelöst werden müssen. Einen pragmatischen und einfachen Weg hat man zum Beispiel beim neuen Allmend-Hallenbad gewählt. Die Fakten sind hier nämlich hart: Jeder Besucher kostet pro Eintritt Fr. 26.80, bezahlt wird aber durchschnittlich nur Fr. 11.35. Somit muss die Stadt jeden Eintritt ins Hallenbad mit Fr. 15.45 subventionieren! Und damit natürlich auch jeden Krienser, Horwer, Emmer oder sonstwoher stammenden Besucher. Da sich diese Gemeinden nicht am Bau beteiligt haben und das ganze ein gigantisches Verlustgeschäft ist, ist es nur gerechtfertigt, wenn Auswärtige einen etwas höheren Eintritt bezahlen, der immer noch weit unter den Kosten liegt.

Anders sieht es bei der Party-und Ausgangs-Gesellschaft aus, die ihr Geld in Unternehmen der Stadt Luzern liegen lassen und damit für höhere Steuererträge und Arbeitsplätze sorgen. Selbstverständlich sind die Auswüchse wie Littering auf dem Bahnhofplatz oder mangelnde Sicherheit nicht zu tolerieren. Dies muss die Stadt Luzern zusammen mit der Kantonspolizei aber selbst in den Griff kriegen.

Eine tatsächliche Begegnung auf Augenhöhe zwischen der Land- und Agglo-Bevölkerung mit der Stadt Luzern könnte da eher Wunder wirken. Vielleicht würde so der Rest des Kantons verstehen, dass die Stadt Luzern und teilweise auch die Agglogemeinden andere Probleme haben als die ländlichen Gemeinden, wie aber auch umgekehrt. Es besteht doch kein Bedarf für ein Litteringgesetz in Marbach. Oder für die Abschaffung der Ladenöffnungszeiten in Reiden. Oder für eine Sperrstunde in Schongau. Für die Stadt Luzern sind das aber enorm wichtige Punkte, die die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den Nachbarkantonen, die Sicherheit und die Sauberkeit massiv beeinflussen können. Vielleicht sollte man das bei der künftigen Ausgestaltung der Kantonsgesetze mehr berücksichtigen. Ganz im Sinne der traditionellen Schweizerischen Subsidiarität, dass möglichst viel Selbstverantwortung auf die kleinstmögliche Einheit verteilt werden soll. Oder einfach: Die einzelnen Gemeinden brauchen mehr Selbstbestimmungsrechte. Soll doch jede Gemeinde selbst bestimmen, wann ihre Läden offen haben und wann nicht. Soll doch jede Gemeinde selbst bestimmen, wie lange ihre Restaurants und Bars offen haben. In einem so heterogenen Kanton wie Luzern wird es immer zu Problemen führen, wenn wir alle Gemeinden über den gleichen Leisten schlagen.

Die Wahlen der Stadt Luzern im Rückblick

Geschrieben von: Peter With
Ver?ffentlicht am 14.5.2012 @ 00:05:00 , mit 321 Worten, 6621 Ansichten

Im Gegensatz zu den Gemeindeparlamentswahlen in der Agglo konnten wir in der Stadt Luzern unsere Sitze halten, sicher auch das Ergebnis unserer konsequenten und direkten Politik der letzten Jahre. Nicht so die CVP, die im Grossen Stadtrat 3.5 % verloren hat und deshalb einen Sitz an die Grünliberalen abgeben musste und in der Wählergunst hinter die FDP rutschte.

Gerade vor diesem Hintergrund ist es unverständlich, weshalb die CVP jetzt Anspruch auf zwei Stadtratssitze erhebt. Aber der Reihe nach: Vor dem ersten Wahlgang versuchten wir vergeblich, mit der CVP und FDP eine gemeinsame Liste auf die Reihe zu kriegen. Beim Versuch ist es leider geblieben, vor allem die CVP war nur mit Mühe überhaupt zu einer Antwort zu bewegen. Der Vorteil einer bürgerlichen Mehrheit sahen sie nicht, wichtig war nur der Erhalt ihrer beiden Sitze. Die Linken im Gegensatz dazu hielten zusammen und verhalfen damit sogar dem Juso-Kandidaten zu einem hervorragenden Ergebnis - obwohl er nicht mal in den Grossen Stadtrat gewählt wurde. Ein weiterer Beweis, wie wichtig eine gemeinsame Liste ist.

Nun haben FDP und CVP uns und unseren Kandidaten also verschmäht. Der Hammer ist aber ihr Verhalten vor dem zweiten Wahlgang. Ausgerechnet die Verliererpartei CVP, die vor dem ersten Wahlgang noch auf Gesprächsverweigerung machte, forderte uns auf, unserern Kandidaten zurück zu ziehen - damit wir dann einen zweiten Kandidaten aus ihrer CVP unterstützen sollten! Da hätten wir ja gleich mit der CVP fusionieren können…

Nun hatten wir also noch die Wahl zwischen dem linken Züsli und der etwas weniger linken Jost. Trotzdem war klar, dass ohne Kandidatur der SVP eine linke Mehrheit im Stadtrat installiert worden wäre, die Luzernerinnen und Luzerner hätten nicht mal eine Wahlmöglichkeit gehabt. Dies konnten wir nicht zulassen. Mit unserem bekannten Kandidaten Rolf Hermetschweiler, langjährigem Kantonsrat und Grossstadtrat, haben die Luzerner Wählerinnen und Wähler endlich eine echte Wahlmöglichkeit: Gegen Schuldenwirtschaft, gegen Steuererhöhung, gegen Tempo 30 flächendeckend, gegen Road-Pricing, gegen die linke Politik und für eine echte bürgerliche Mehrheit im Luzerner Stadtrat!

NEIN zu GrossLuzern Teil 4 - Das sagen CVP, SP und FDP im Grossen Stadtrat

Geschrieben von: Peter With
Ver?ffentlicht am 9.11.2011 @ 16:32:00 , mit 114 Worten, 1547 Ansichten

Ausser der SVP sind eigentlich alle Parteien bezüglich GrossLuzern etwas gespalten bis extrem gespalten. Ein richtiger Graben geht zwischen Agglo und Stadt durch einzelne Parteien. Während vor allem die bürgerlichen Parteien in der Stadt (natürlich ohne SVP) Vollgas Richtung Fusion geben wollen, bremsen die Agglovertreter die Fusionsgelüste. Bei der Fusion Luzern-Littau hat man bereits gesehen, wie viel Eigenständigkeit und Selbstbestimmung durch die Fusion eingebüsst wurde. Trotz massiven Finanzproblemen mit bereits angekündigter Steuererhöhung glauben immer noch einige Stadtparteien, dass eine Fusion zu mehr Geld führen würde. Obwohl die Stadt die Steuersenkung der gesamten Agglomeration finanzieren müsste, steigen die Wünsche und Begehrlichkeiten an GrossLuzern immer weiter. Entlarven Sie die Scheinargumente der Stadtparteien in diesem Video selbst.

Interessante Wahlunterlagen Teil 2

Geschrieben von: Peter With
Ver?ffentlicht am 24.9.2011 @ 21:41:00 , mit 562 Worten, 1764 Ansichten

Nun, nach den Fehlgriffen im ersten Teil, nun der zweite Teil der Wahlwerbungskritik. Fangen wir mal mit einem guten Beispiel an: Die FDP. Eine hübsche Wahlzeitung, interessant zu lesen und anzusehen. Die Kandidaten haben schön Platz und müssen sich trotzdem nicht über 100 Zeilen zu Ihrer Politik äussern. Einziger Wermutstropfen, der allerdings wenig mit der Wahlzeitung zu tun hat: Fast eine 1:1-Kopie der SVP. Der SVP-Slogan (der schon sehr viel früher veröffentlicht wurde) Schweizer wählen SVP wird mit Aus Liebe zur Schweiz kopiert, die CVP versuchts ja mit Keine Schweiz ohne uns. Schön, dass die Euroturbos endlich wieder die Schweiz entdecken. Dann gehen sie natürlich auch mit einer Initiaitve an den Start, auch das kommt bekannt vor. Genauso wie übrigens die CVP, die hat gleich zwei Initiativen am Start. Wenigstens sind diesmal die Initiativen sehr gut, die muss man unbedingt unterstützen (die Initiativen, nicht die Parteien :) ). Alles in allem aber eine gelungene Wahlwerbung, sie könnte glatt von der SVP sein.

Die CVP versteigt sich derweil in Grössenwahn. Sie brüstet sich damit, dass sie einen Grossteil der Volksabstimmungen gewinnt. Kein Wunder, wenn man seine Meinung immer nach dem Wind hängt… Was sie verschweigen: Gerade die Abstimmungen, die beim Volk super ankamen, hat die CVP extrem klar verloren: zum Beispiel die Minarettinitiative oder die Ausschaffungsinitiative. Inhalte hat es wenig, das ist wohl bezeichnend für die Partei. Sieht ein bisschen blass aus, dafür können die Kandidaten ordentlich ihren Senf dazu geben.

Nun zu den Klein- und Kleinstparteien: Die JCVP hat entsprechend dem Budget einen ordentlichen Miniflyer. Was mir sehr gefällt: sie sind die einzigen mit einem QR-Code. Mist, ärgert mich, dass wir den in der SVP-Zeitung vergessen haben. Naja, kopieren wir in vier Jahren halt mal die JCVP. Auch die EVP präsentiert sich ordentlich, kannte ich im Kanton Luzern gar nicht. Aber was die Schweizer Demokraten machen, geht natürlich gar nicht: Wahlwerbung nur mit der Listennummer, aber ohne Kandidaten! Ja schämen die sich denn für ihre Kandidatur? Peinlich, dann sollte man es besser lassen.

Die Second@s haben ebenfalls einen ordentlichen Flyer, allerdings fehlt das als durchschlagender Wahlslogan die Abschaffung des Schweizerkreuz und ein Link (vielleicht als QR-Code) zur neuen Nationalhymne :crazy:. Wie man einen Abstimmungskampf so vereiern kann, unglaublich. Hätten die an ihrer Forderung festgehalten, hätten sie wenigstens bei den Ultralinken noch absahnen können. Aber nach dem Zurückkrebsen? Die könnten von der SVP noch einiges lernen.

Ebenfalls in Ordnung ist der Flyer der JUSO, wäre ihre Politik so solide wie der Flyer, könnte man fast mit ihnen rechnen. Leider haben sie so jämmerliche Leute an der Spitze, dass echte motivierte und vernünftige Kräfte kaum sichtbar werden. Die Jungen Grünen hingegen haben das Prinzip der Flyer und Plakate noch nicht begriffen. Zwar ist das Leiterlispiel lustig und macht Lust mit den Kindern zu spielen. Leider muss ich als Atombefürworter immer wieder die Leiter runter. Aber wie in Gottes Namen soll ein Autofahrer das Plakat beim Vorbeifahren begreifen können? Oder ist das nur für Fussgänger mit ausreichend Zeit? Und guten Augen, denn den Parteinamen findet man auch erst auf den zehnten Blick…

Die BDP macht Werbung als neue Kraft, viel mehr hat sie nicht zu bieten. Nach den Wahlen ist sie dann sicher nicht mehr so neu, vielleicht braucht sie dann ein ordentliches Programm, das sie von den anderen Parteien unterscheidet. Übrigens: Die Kräuterhexe auf der letzten Seite verschreckt eher Kinder als dass sie für mehr Wähler sorgt…

Interessante Wahlunterlagen Teil 1

Geschrieben von: Peter With
Ver?ffentlicht am 21.9.2011 @ 13:06:00 , mit 327 Worten, 2199 Ansichten

Diese Woche sind die Wahlunterlagen der verschiedenen Parteien in unserem Briefkasten gelandet. Es ist schon interessant, wie sich die Parteien präsentieren, und welche Werte sie in den Vordergrund stellen. Da ich bei der Ausarbeitung der SVP-Wahlzeitung dabei war, lasse ich die mal aussen vor.

Krass ist aber der SP-Flyer. Die Gleichmacherpartei, die dafür sorgen will, dass alle von Geburt auf die selben Rechte und Möglichkeiten haben, und die gegen irgendwelche Scheren ankämpft, nimmt es bei sich selbst dann nicht mehr so genau. So scheinen in der SP nicht alle dasselbe Recht zu haben, in den Nationalrat gewählt zu werden. Während sich beim Fussvolk 4 Kandidaten eine Seite teilen müssen, darf sich Frau Nationalrätin Birrer-Heimo über eine ganze Seite ausbreiten. Aber nicht nur das: Auch auf der Rückseite und auf Plakaten darf sie neben dem Ständeratskandiaten lächeln, die anderen gehen leer aus. Offenbar ist sie eben etwas gleicher als die anderen.

Als einziger Kandidat aller Parteien kandidiert übrigens SVP-Hasser Suntharalingam (SP) im Flyer nach wie vor für den Kantonsrat. Dass es jetzt um den Nationalrat geht, hat er wohl verschlafen.

Auch die Grünen und die Grünliberalen scheinen bessere und schlechtere Kandidaten gleich zum vornherein aussortieren zu wollen, um allen klar zu machen, wen man denn sicher auf der Liste streichen muss. So werden “Top"-Kandidaten auf der Titelseite präsentiert, die Flops folgen dann irgendwo im kleinen Umfang. Bitter für die 2. Garde.

Peinlich ist auch der Ausrutscher bei “Die Landoffensive.ch". Da lächeln eine zwei sympathische Leute von der Karte her an. Erst nach dem Umdrehen stellt man fest, dass die gar nicht kandidieren. Hat die Landoffensive so hässliche Kandidaten, dass man Models für das Titelfoto bezahlen muss? Und nicht nur das: nicht das kleinste Fitzelchen verrät, dass das in Wirklichkeit eine CVP-Liste ist. Nur wer sich auf die hastig erstellte Website begibt findet das heraus. Ein Etikettenschwindel? Eher nicht, wahrscheinlich schämen sich die Kandidaten nicht nur ihres Aussehens sondern auch ihrer Partei. Möglicherweise zu recht.

Fortsetzung mit den anderen Parteien folgt…

Stefan Roth, die GPK und der Flurstrassekreisel

Geschrieben von: Peter With
Ver?ffentlicht am 18.6.2009 @ 20:11:47 , mit 621 Worten, 1569 Ansichten

Eigentlich würde es ja nicht an mir liegen, dies hier zu schreiben. Wofür hat man Zeitungen. Schade nur, dass da nichts steht. Offenbar hat man viel Wichtigeres zu berichten, als ein paar News, die den neuen Stadtrat betreffen (zum Beispiel, dass die SVP Stocker unterstützt :>>).

Am letzten Dienstag wurden dem Littauer SVP-Geschäftsprüfungskommissionsmitglied Daniel Erni Dokumente zum Kreisel Flurstrasse übergeben. Darin werden vom zuständigen Projektleiter Hanspeter Portmann einige Vorwürfe zu Handen des nun frisch gewählten Stadtrates Stefan Roth gemacht. Vorwürfe, die denen an Kurt Bieder in nichts nachstehen. Und wieder ist alles sehr gut dokumentiert. Übrigens: wer denkt, das ganze sei Wahlgeplänkel und jetzt extra so platziert worden, der warte bis zum zweitletzten Abschnitt.

Es geht dabei insbesondere um die Vergabe der Bauarbeiten des Flurstrassekreisels. Sämtliche folgenden Aussagen sind aus dem unten stehenden Bericht. Es gab, wie gesetzlich vorgeschrieben, eine öffentliche Ausschreibung. Bei der Offertöffnung war das Ergebnis klar: Die Firma Leuenberger hat das niedrigste Angebot eingereicht (Offertvergleich, Prüfung der Angebote). Da aber nicht nur der Preis ausschlaggeben ist, wurde auch noch eine sogenannte Entscheidungsmatrix gemacht: jede Firma wurde in Sachen Kompetenz und Qualität eingeschätzt. Ergebnis: Leuenberger ist immer noch auf Platz 1. Gemäss Aussagen des Projektleiters passte dies dem Gemeinderat aber nicht, er hätte den Auftrag lieber dem befreundeten Unternehmer Lötscher auf dem 2. Platz gegeben. Also hat er Portmann beauftrag, die Matrix entsprechend abzuändern. Der hat sich aber geweigert. Deshalb wurde der Gemeindeingenieur Arno Zumbühl dazu verknurrt. Der hat es aber trotz Zahlenspielereien gemäss eigenen Aussagen nicht hingekriegt. Also hat Roth, inzwischen leicht angesäuert, einen externen “Experten” beauftragt. Und siehe da, plötzlich lag die Firma Lötscher in der neuen Matrix auf dem 2. Platz.

Abgesehen von weiteren Mauscheleien (z. B. absichtlich Verzögerung bei den Bauvergaben, um die verbindlichen Offerttermine zu umgehen), gab es noch grosse Differenzen bei der Abrechnung. So wurden Arbeiten für die Swisscom und die Wasserversorgung nicht an diese weiterverrechnet, und dies im Umfang von mehreren 100′000.– Franken! Und da Portmann sich geweigert hat, diese falschen Bauabrechnungen zu unterschreiben, weigert sich Roth bis heute, ihn für seine Arbeit zu bezahlen.

Portmann hat daraufhin Anzeige beim Amtsstatthalter eingereicht. Der konnte allerdings nicht einschreiten, da es offenbar in diesem Fall nicht strafbar ist, wenn man sich nicht an das Gesetz hält. Klagen hätten jedoch die betroffenen Unternehmer können, aber wer traut das schon. Man will ja vielleicht doch wieder mal einen Auftrag.

Auf Grund dieser wirklich heiklen Vorwürfe hat die SVP-Littau am Mittwoch eine dringliche Interpellation eingereicht, und gleichzeitig an alle Medien weitergeleitet. Normalerweise werden diese dann am Tag danach mindestens in einem kleinen Absatz erwähnt. Diese nicht. Über eine Wochen nicht. Weshalb wohl?

Was aber mindestens so schlimm ist: Die Vorwürfe sind nicht neu. Denn die GPK-Präsidentin (und gewählte Grossstadträtin) Luzia Mumenthaler (SP) erhielt diese Dokumente bereits vor einem Jahr! Und was machte sie gemäss eigenen Aussagen gegenüber GPK-Mitglied Daniel Erni mit den Unterlagen? Sie zeigte sie einem Bekannten. Der sagte, das sei nichts Wichtiges und sie entsorgte sie deshalb. Vielleicht liegen sie auch noch irgendwo rum. Sie weiss es nicht. Da fragt man sich: Seit wann entscheidet eine Kommissionspräsidentin was wichtig ist und was nicht? In allen anderen Kommissionen wird jedes noch so langweilige Papier vorgelesen und gezeigt. Nur in der Geschäftsprüfungskommission in Littau nicht.

Mal sehen, was die Angeschossenen an der nächsten Einwohnerratssitzung sagen werden. Auf jeden Fall ist es einfach nur enttäuschend, dass solche Informationen verheimlicht, verschludert und vertuscht werden. Und da wundert man sich, wenn nicht mal mehr jeder Dritte an die Urne geht…

Stadtratkandidat Roth am Rande der Illegalität?

Geschrieben von: Peter With
Ver?ffentlicht am 15.5.2009 @ 19:20:57 , mit 175 Worten, 987 Ansichten

Nach dem eher peinlichen Flyer der FDP gestern kommt jetzt ein weiterer Wahl-Höhepunkt, diesmal von der CVP. Wer in Littau Wahl- und Abstimmungsplakate aufstellen will, der braucht eine Genehmigung des Gemeinderates. So haben wir denn auch um eine Genehmigung ersucht und diese erhalten. Gemäss Gemeinderatsbeschluss darf frühestens ab Freitag, dem 15. Mai 09 ab 15.00 Uhr mit Plakatieren gestartet werden. So will es der Gemeinderat, so ist es Gesetz.

Ausser natürlich, man ist bei der CVP, ist Gemeinderat und kandidiert für den Stadtrat. Denn Stadtratskandidat Stefan Roth setzt sich über seine eigenen Gesetze hinweg und hat bereits am Donnerstag und teils wie gehört sogar schon am Mittwoch plakatiert. Angesichts seiner früheren Pingeligkeit und Sensibilität in dieser Sache ist das schon verwunderlich (siehe Video unten). Dass er auch an unerlaubten Stellen plakatiert hat, setzt dem Ganzen noch eins drauf. Naja, wir von der SVP halten uns natürlich ans Gesetz, genau wie alle anderen Parteien auch. Denn in Littau steht ja nur die CVP über dem Gesetz…